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Ratgeber18. Februar 20267 Min.Wayvo Team

Autovermietung Zusatzleistungen: Umsatz steigern mit Extras

Zusatzleistungen für Autovermietungen: GPS, Kindersitz, Winterreifen, Versicherung. Preisstrategie und Buchungsintegration für die Schweiz.

Die Tagesmiete ist der Grundumsatz Ihrer Autovermietung. Aber die Marge steckt in den Extras. GPS-Navigation, Kindersitze, Winterreifen, Zusatzfahrer, Zustellservice — jede Zusatzleistung erhöht den Umsatz pro Buchung, ohne dass Sie ein zusätzliches Fahrzeug brauchen.

Die grossen Ketten wissen das längst: Bei Europcar, Sixt und Hertz machen Zusatzleistungen und Versicherungs-Upgrades bis zu 30 % des Gesamtumsatzes aus. Kleine Autovermietungen in der Schweiz verschenken dieses Potenzial, weil sie Extras nicht aktiv anbieten oder weil der Buchungsprozess es nicht unterstützt.

Dieser Artikel zeigt, welche Zusatzleistungen für Schweizer Autovermietungen sinnvoll sind, wie Sie sie bepreisen und wie Sie sie so in den Buchungsprozess integrieren, dass Kunden sie tatsächlich buchen.


Welche Extras funktionieren? Die 10 wichtigsten Zusatzleistungen

1. GPS-Navigation

Was: Mobiles Navigationsgerät oder integriertes Navi im Fahrzeug.

Warum es funktioniert: Touristen und Geschäftsreisende, die die Region nicht kennen, buchen Navigation gerne dazu — auch wenn jedes Smartphone Google Maps hat. Ein eingebautes Navi ist bequemer, braucht keine Datenverbindung und lenkt weniger ab.

Preis: CHF 8–12/Tag oder CHF 49/Woche (pauschal)

Marge: Mobile Navigationsgeräte kosten CHF 100–200. Ab der 15. Vermietung sind sie amortisiert.

2. Kindersitze und Babyschalen

Was: Kindersitz (Gruppe 1–3), Babyschale (Gruppe 0+), Sitzerhöhung.

Warum es funktioniert: Familien, die fliegen, bringen keine Kindersitze mit. Das ist einer der häufigsten Extras — und einer, den Kunden aktiv suchen. In der Schweiz ist die Kindersitzpflicht streng (bis 150 cm Körpergrösse oder 12. Lebensjahr).

Preis: CHF 10–15/Tag oder CHF 59–79/Woche

Marge: Ein guter Kindersitz kostet CHF 150–300. Amortisation nach 10–20 Vermietungen.

3. Winterreifen und Schneeketten

Was: Fahrzeuge mit montierten Winterreifen (Oktober–April) und/oder Schneeketten als Zusatz.

Warum es funktioniert: Die Schweiz ist ein Winterland. Wer in die Berge fährt, braucht Winterreifen — und in manchen Kantonen (z. B. Graubünden) sind Schneeketten für bestimmte Passstrassen vorgeschrieben. Für ausländische Touristen ist das oft unbekanntes Terrain.

Preis: Winterreifen: in der Regel im Mietpreis enthalten (Saisonfahrzeugwechsel). Schneeketten: CHF 15–20/Tag oder CHF 49/Woche.

Schweizer Besonderheit: Bieten Sie in der Wintersaison ein „Ski-Paket" an: Schneeketten + Skiträger + Eiskratzer für CHF 25/Tag.

4. Skiträger und Dachboxen

Was: Skiträger, Snowboardhalter, Dachbox für Gepäck.

Warum es funktioniert: Wintersport ist in der Schweiz Nationalkultur. Kunden, die nach Davos, Zermatt oder Verbier fahren, brauchen Platz für Ski und Gepäck — besonders bei Kompaktwagen.

Preis: CHF 12–18/Tag oder CHF 69–99/Woche

Saisonal: November bis April stark nachgefragt. Im Sommer können Sie Veloträger als Alternative anbieten.

5. Zusatzfahrer

Was: Eine oder mehrere zusätzliche Personen, die das Fahrzeug fahren dürfen.

Warum es funktioniert: Paare und Familien auf langen Fahrten wollen sich abwechseln. Geschäftskunden buchen oft für Teams. Ohne Zusatzfahrer-Option ist nur der Hauptfahrer versichert — ein Risiko, das die meisten Kunden nicht eingehen wollen.

Preis: CHF 10–15/Tag pro Zusatzfahrer oder CHF 49/Woche

Marge: Nahezu 100 % — es fallen nur die administrativen Kosten für die Führerscheinprüfung an.

6. Zustellungs- und Abholservice

Was: Sie bringen das Fahrzeug zum Kunden (Hotel, Flughafen, Bahnhof, Wohnadresse) und holen es wieder ab.

Warum es funktioniert: Komfort. Kunden, die am Flughafen Zürich landen oder am Bahnhof Bern ankommen, wollen nicht erst mit dem Taxi zu Ihrer Vermietstation fahren. Zustellservice ist ein echtes Differenzierungsmerkmal gegenüber den grossen Ketten, die oft nur an Flughäfen oder Bahnhöfen stationiert sind.

Preis: CHF 30–80 pauschal (je nach Distanz) oder CHF 1.50–2.00/km

Tipp: Definieren Sie einen „Gratisradius" (z. B. 10 km um Ihren Standort) und berechnen Sie darüber hinaus pro Kilometer. Das senkt die Hemmschwelle.

7. Versicherungs-Upgrades (SCDW / Vollkasko-Reduktion)

Was: Reduktion oder Eliminierung des Selbstbehalts (Super Collision Damage Waiver).

Warum es funktioniert: Die Standardversicherung hat einen Selbstbehalt von CHF 1'000–2'000. Viele Kunden zahlen gerne CHF 15–25/Tag, um dieses Risiko zu eliminieren. Es gibt ihnen Sicherheit — und Ihnen Zusatzumsatz.

Preis: CHF 15–25/Tag

Marge: Hoch. Die tatsächlichen Schadenkosten, verteilt auf alle Buchungen, liegen weit unter dem Preis der Versicherungsoption.

8. Tankpakete

Was: Der Kunde erhält das Fahrzeug vollgetankt und gibt es ohne Tankstopp zurück. Sie berechnen die verbrauchte Menge.

Warum es funktioniert: Bequemlichkeit. Kunden, die spätabends zurückkommen oder zum Flughafen eilen, wollen nicht noch tanken. Sie zahlen gerne einen Aufpreis für diese Zeitersparnis.

Preis: CHF 2.50–3.00/Liter (Marktpreis + Aufschlag von CHF 0.30–0.50/Liter) oder CHF 30–50 Pauschale

9. Reinigungspakete

Was: Optionales Premium-Reinigungspaket — Innenreinigung (Staubsaugen, Polsterreinigung) über den Normalzustand hinaus. Oder: Prepaid-Reinigungspauschale bei Rückgabe in verschmutztem Zustand.

Warum es funktioniert: Familien mit Kindern, Hundebesitzer, Camper-Mieter — manche Kunden wissen, dass sie das Auto nicht blitzsauber zurückbringen werden. Eine faire Pauschale ist besser als eine Überraschungsrechnung.

Preis: CHF 39–79 pauschal (je nach Fahrzeuggrösse)

10. Grenzüberschreitungspakete

Was: Genehmigung und Versicherungsschutz für Fahrten ins Ausland (Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien).

Warum es funktioniert: Die Schweiz ist klein, die Nachbarländer nah. Kunden, die über die Grenze fahren wollen, brauchen explizite Erlaubnis und erweiterten Versicherungsschutz. Ohne Cross-Border-Option verlieren Sie diese Buchungen.

Preis: CHF 15–25/Tag oder CHF 49–99 pauschal

Schweizer Spezialität: Bieten Sie „Grenzübertritt Deutschland + Österreich" als Standard und „Grenzübertritt Italien + Frankreich" als erweiterte Option an — die Versicherungskosten unterscheiden sich.


Preisstrategien für Zusatzleistungen

Pro Tag vs. Pauschale

| Strategie | Vorteile | Nachteile | |-----------|---------|-----------| | Pro Tag | Höherer Umsatz bei langen Mieten | Kunden schrecken bei 14 Tagen zurück | | Pauschale (pro Buchung) | Einfach, transparent | Weniger Umsatz bei langen Mieten | | Hybrid | Pro Tag mit Deckelung (z. B. max. CHF 59/Woche) | Optimal für beide Seiten |

Empfehlung: Der Hybrid-Ansatz funktioniert am besten. Kunden sehen den Tagespreis als fair, und die Deckelung beseitigt die Angst vor hohen Gesamtkosten.

Bundling — Pakete statt Einzelpreise

Statt 5 Einzelextras bieten Sie 2–3 Pakete an:

| Paket | Enthält | Preis | |-------|---------|-------| | Komfort-Paket | GPS + Zusatzfahrer + SCDW | CHF 29/Tag (statt CHF 35 einzeln) | | Winter-Paket | Schneeketten + Skiträger + Eiskratzer | CHF 25/Tag (statt CHF 32 einzeln) | | Familien-Paket | Kindersitz + Reinigungspauschale + SCDW | CHF 35/Tag (statt CHF 44 einzeln) |

Bundles funktionieren, weil sie die Entscheidung vereinfachen. Statt „Brauche ich GPS? Brauche ich SCDW? Brauche ich den Zusatzfahrer?" wählt der Kunde ein Paket. Die Conversion steigt, der durchschnittliche Umsatz pro Buchung auch.


Integration in den Buchungsprozess

Extras, die nicht sichtbar sind, werden nicht gebucht. Wie Sie Zusatzleistungen anbieten, ist mindestens so wichtig wie welche Sie anbieten.

Im Online-Buchungsportal

Der ideale Moment für Extras ist nach der Fahrzeugwahl und vor der Bezahlung — der klassische Upsell-Schritt. Der Kunde hat sich entschieden und ist kaufbereit. Jetzt sieht er relevante Zusatzoptionen:

  • Klare Beschreibung mit Bild (Kindersitz, GPS-Gerät)
  • Preis pro Tag und Gesamtpreis für die gebuchte Dauer
  • Ein-Klick-Hinzufügen (keine komplizierten Formulare)
  • Paketoption prominent platziert

Am Schalter / bei der Übergabe

Der persönliche Kontakt ist die zweite Chance. Wenn der Kunde vor Ihnen steht:

  • „Fahren Sie in die Berge? Wir haben Schneeketten für CHF 15/Tag."
  • „Fährt noch jemand anderes? Für CHF 10/Tag können wir einen Zusatzfahrer eintragen."
  • „Möchten Sie den Selbstbehalt von CHF 1'500 auf null reduzieren? Das kostet CHF 20/Tag."

Kein aggressives Upselling — aber informiertes Anbieten. Viele Kunden wissen nicht, dass diese Optionen existieren.

Wayvo und Zusatzleistungen

Wayvo ermöglicht die Integration von Extras direkt im Online-Buchungsportal:

  • Extras definieren: Name, Beschreibung, Bild, Preis (pro Tag, pro Buchung oder pauschal)
  • Verfügbarkeit: Saison- oder fahrzeugklassenabhängig (Schneeketten nur Nov–Apr, Skiträger nur bei SUVs)
  • Automatische Abrechnung: Extras werden in der Buchung erfasst und auf der Rechnung ausgewiesen
  • Paket-Funktion: Bundles definieren mit Rabatt gegenüber Einzelbuchung

Umsatzpotenzial: Eine realistische Rechnung

Was bringen Zusatzleistungen in der Praxis? Rechnen wir konservativ:

| Kennzahl | Wert | |----------|------| | Buchungen pro Monat | 200 | | Anteil Buchungen mit Extras | 40 % | | Ø Zusatzumsatz pro Buchung (mit Extras) | CHF 37.50 | | Zusatzumsatz pro Monat | CHF 3'000 | | Zusatzumsatz pro Jahr | CHF 36'000 |

Das ist konservativ gerechnet. Bei besserem Upselling (60 % Buchungen mit Extras, Ø CHF 45) steigt der Jahresumsatz auf CHF 64'800 — mit minimalem Mehraufwand.

Die Marge auf Extras ist hoch: GPS-Geräte, Kindersitze und Schneeketten amortisieren sich in wenigen Wochen. Versicherungs-Upgrades und Zusatzfahrer sind nahezu reine Marge. Zustellservice deckt Personalkosten, aber bei guter Routenplanung bleibt auch hier ein Plus.

Mehr zum Thema Umsatzsteigerung: Autovermietung Buchungen steigern: So geht's zeigt weitere Hebel für mehr Umsatz.


Saisonale Extras für die Schweiz

Die Schweiz bietet durch ihre Geographie und ihr Klima besondere Umsatzchancen:

Wintersaison (November–April)

  • Schneeketten (Pflicht auf vielen Bergstrassen)
  • Skiträger / Snowboardhalter
  • Dachboxen (Platz für Ausrüstung)
  • „Ski-Paket" als Bundle
  • Eiskratzer und Scheibenreiniger (Comfort-Extra)

Sommersaison (Mai–Oktober)

  • Veloträger (Schweiz = Velonation)
  • Dachbox für Campingausrüstung
  • Grenzübertritt-Pakete (Sommerferien in Italien/Frankreich)
  • Zusatzfahrer (längere Ferienfahrten)

Ganzjährig

  • GPS-Navigation
  • Kindersitze
  • Versicherungs-Upgrades
  • Zustellservice
  • Reinigungspauschalen

Preisgestaltung nach Saison: Saisonpreise Autovermietung: So optimieren Sie Ihre Tarife erklärt, wie Sie Grund- und Zusatzpreise saisonal anpassen.


Häufige Fehler beim Extras-Angebot

1. Extras verstecken

Wenn Zusatzleistungen nur auf Nachfrage verfügbar sind, bucht sie niemand. Integrieren Sie sie sichtbar in den Buchungsprozess.

2. Zu viele Optionen

20 einzelne Extras überfordern den Kunden. Bieten Sie 5–8 Kernextras und 2–3 Pakete an. Weniger Auswahl = mehr Buchungen.

3. Überhöhte Preise

CHF 30/Tag für einen Kindersitz ist zu viel. Kunden vergleichen — und wenn Ihr Preis unverschämt wirkt, buchen sie gar nichts. Orientieren Sie sich an den Marktpreisen der grossen Anbieter und bleiben Sie leicht darunter.

4. Keine Pauschale oder Deckelung

Ein GPS für CHF 10/Tag klingt fair. Bei einer 14-Tage-Buchung sind es CHF 140 — und der Kunde streicht es. Bieten Sie eine Wochenpauschale oder Deckelung an.

5. Extras nicht auf der Rechnung

Wenn Extras nur mündlich vereinbart und bar kassiert werden, verlieren Sie den Überblick — und die Buchhaltung wird zum Problem. Jedes Extra gehört in die Buchung und auf die Rechnung.


Fazit

Zusatzleistungen sind der einfachste Weg, Ihren Umsatz zu steigern, ohne Ihre Flotte zu vergrössern. CHF 15–25 Extras pro Tag summieren sich bei 200 Buchungen im Monat auf CHF 3'000+ Zusatzumsatz. Die Marge ist hoch, die Investition gering, und Kunden erwarten diese Optionen — wenn Sie sie nicht anbieten, wirkt Ihr Service unvollständig.

Starten Sie mit den 3–4 Extras, die zu Ihrem Kundensegment passen. Integrieren Sie sie in Ihren Online-Buchungsprozess. Testen Sie Bundles. Und messen Sie den Umsatzeffekt nach 3 Monaten. Mit einer Autovermietung Software für die Schweiz und einem integrierten Online-Buchungsportal für Autovermietungen werden Ihre Extras beim Buchungsabschluss automatisch angeboten und auf der Rechnung ausgewiesen.

Wayvo kostenlos testen — Extras im Buchungsportal integrieren


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