Saisonpreise Autovermietung: So optimieren Sie Ihre Tarife
Saisonpreise für Autovermietungen in der Schweiz richtig setzen: Strategien für Hoch- und Nebensaison, Wochenend- und Langzeittarife, Events und Ferienzeiten.
Es ist August, Ferienzeit, und Ihre gesamte Flotte ist ausgebucht. Ein Kunde ruft an und fragt nach einem Mietwagen für die nächste Woche. Sie sagen: "Leider alles vergeben." Was Sie nicht sagen: Der Wagen, den er sucht, ist für CHF 65 pro Tag vermietet — den gleichen Preis wie im Januar, als die Hälfte Ihrer Flotte stillstand.
Dieses Szenario wiederholt sich in kleinen Schweizer Autovermietungen jedes Jahr. Die Preise sind statisch: CHF 65 pro Tag, 365 Tage im Jahr. Im Winter stehen Fahrzeuge leer, im Sommer werden sie unter Wert vermietet. Das ist kein Preismodell — das ist verschenkter Umsatz.
Saisonale Preisgestaltung ist keine Raketenwissenschaft. Sie brauchen kein Revenue-Management-Team und keine teure Software. Sie brauchen ein Verständnis dafür, wann die Nachfrage steigt und fällt, ein paar klare Regeln — und ein System, das die Preise automatisch anpasst.
Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie Ihre Tarife saisongerecht optimieren, welche Preisstrategien für Schweizer Vermieter funktionieren und wie Sie das Ganze ohne Mehraufwand umsetzen.
Warum statische Preise Sie Geld kosten
Das Problem mit dem Einheitspreis
Ein fixer Tagespreis ist einfach. Aber einfach ist nicht gleich profitabel. Hier ist, was passiert:
In der Hochsaison (Sommerferien, Skiferien, Messen):
- Ihre Flotte ist zu 90–100 % ausgelastet
- Sie vermieten zum Normalpreis, obwohl die Nachfrage einen Aufschlag rechtfertigt
- Kunden hätten CHF 85–100 pro Tag bezahlt — Sie verlangen CHF 65
- Verlorener Umsatz: CHF 20–35 pro Fahrzeug pro Tag × 20 Fahrzeuge × 30 Tage = CHF 12'000–21'000 pro Monat
In der Nebensaison (Januar, November):
- Ihre Auslastung liegt bei 40–50 %
- Die Hälfte der Flotte steht still und kostet: Leasing, Versicherung, Stellplatz, Abschreibung
- Ein tieferer Preis (CHF 45–55) würde die Auslastung auf 70–80 % heben
- Verlorener Umsatz: 10 ungenutzte Fahrzeuge × 20 Tage × CHF 50 = CHF 10'000 pro Monat
Die Rechnung ist klar: Statische Preise kosten Sie in beide Richtungen.
Was die Grossen anders machen
Hertz, Europcar und Sixt ändern ihre Preise nicht saisonal — sie ändern sie stündlich. Revenue-Management-Teams und Algorithmen passen Tarife basierend auf Nachfrage, Auslastung, Konkurrenzpreisen und Buchungsvorlauf an.
Sie brauchen keinen Algorithmus. Aber Sie brauchen Saisonpreise.
Die Schweizer Saisons im Überblick
Die Nachfrage nach Mietwagen in der Schweiz folgt einem klaren Muster. Wenn Sie dieses Muster kennen, können Sie Ihre Preise entsprechend steuern.
Hochsaison: Sommerferien (Juli–August)
Nachfragetreiber: Ferienverkehr, Touristen, Ausflüge, Umzüge (traditioneller Umzugstermin in der Schweiz) Typische Auslastung: 85–100 % Preisempfehlung: +20–30 % über dem Normalpreis Mindestmietdauer: 2–3 Tage sinnvoll, um Kurzmieten zugunsten längerer Buchungen einzuschränken
Hochsaison: Skiferien (Dezember–März)
Nachfragetreiber: Skiausflüge ins Berner Oberland, Wallis, Graubünden; Weihnachts- und Neujahrsferien Typische Auslastung: 75–95 % (höher bei 4×4 und SUV) Preisempfehlung: +15–25 %, besonders für Allradfahrzeuge Tipp: 4×4-Aufschlag als eigene Kategorie — viele Kunden suchen gezielt Winterfahrzeuge
Mittelsaison: Osterferien und Herbstferien
Nachfragetreiber: Kurzurlaube, Familien, Wanderausflüge Typische Auslastung: 65–80 % Preisempfehlung: +5–15 % über dem Normalpreis Besonderheit: Kürzere Mietdauern (3–5 Tage), dafür höhere Frequenz
Messen und Events
Beispiele in der Schweiz:
- Genfer Autosalon (März)
- BEA Bern (April/Mai)
- Art Basel (Juni)
- Zürich Film Festival (September)
- COMPTOIR SUISSE Lausanne (September)
- Baselworld (wenn aktiv)
Preisempfehlung: +20–40 % in der Eventregion, besonders für die Tage vor und während der Veranstaltung Tipp: Planen Sie Events ein Jahr im Voraus. Wenn Sie wissen, dass die BEA jedes Jahr Ende April stattfindet, können Sie Ihre Preise frühzeitig anpassen.
Nebensaison: Januar, November
Nachfragetreiber: Werkstattersatz, Geschäftskunden, wenige Privatmieten Typische Auslastung: 35–55 % Preisempfehlung: −15–25 % unter dem Normalpreis Strategie: Aktive Bewerbung von Langzeitmieten und Wochenangeboten, um die Auslastung zu steigern
7 Preisstrategien für Schweizer Autovermietungen
1. Drei-Stufen-Saisonmodell
Die einfachste Variante: Definieren Sie drei Preisstufen.
| Saison | Zeitraum | Anpassung | Beispiel (Normalpreis CHF 65/Tag) | |--------|----------|-----------|----------------------------------| | Hochsaison | Jul–Aug, Dez–Feb | +25 % | CHF 81/Tag | | Mittelsaison | Apr–Jun, Sep–Okt | Normalpreis | CHF 65/Tag | | Nebensaison | Jan, Mär, Nov | −20 % | CHF 52/Tag |
Vorteil: Einfach zu kommunizieren, einfach zu verwalten. Kunden verstehen das Prinzip sofort.
2. Wochenend- vs. Werktagstarife
Privatkunden mieten vor allem am Wochenende (Freitag bis Montag), Geschäftskunden unter der Woche. Nutzen Sie dieses Muster:
- Wochenendtarif (Fr–Mo): +10–15 %
- Werktagstarif (Mo–Do): −10–15 %
- Vollwoche (7 Tage): Pauschalrabatt von 15–20 %
Vorteil: Glättet die Auslastungskurve. Montag bis Donnerstag sind bei vielen Vermietungen die schwächsten Tage.
3. Mindestmietdauer in der Hochsaison
In der Hochsaison sind Eintagsmieten unwirtschaftlich: Die Übergabe kostet gleich viel Zeit wie bei einer Wochenmiete, das Fahrzeug steht am nächsten Tag wieder da.
- Hochsaison: Mindestens 2–3 Tage
- Events/Messen: Mindestens 3 Tage oder komplettes Event-Wochenende
Vorteil: Weniger Übergaben, bessere Planbarkeit, höherer Umsatz pro Fahrzeug.
4. Langzeitrabatte
Je länger die Mietdauer, desto tiefer der Tagespreis. Ein bewährtes Modell:
| Mietdauer | Rabatt | |-----------|--------| | 1–3 Tage | Normalpreis | | 4–7 Tage | −10 % | | 8–14 Tage | −15 % | | 15–30 Tage | −25 % | | 30+ Tage | Individuell |
Vorteil: Langzeitmieten sichern konstante Einnahmen und reduzieren den Verwaltungsaufwand. Ein Fahrzeug, das für 30 Tage vermietet ist, verursacht nur zwei Übergaben statt zehn.
5. Frühbucher- und Last-Minute-Preise
- Frühbucher (30+ Tage im Voraus): −5–10 % → belohnt Planbarkeit
- Last-Minute (48 Stunden vor Mietbeginn): −10–15 % für Fahrzeuge, die sonst leer stehen
- Kurzfristig in der Hochsaison: Kein Rabatt — die Nachfrage ist da
Vorteil: Frühbucher-Rabatte verbessern Ihre Planbarkeit. Last-Minute-Angebote füllen Lücken.
6. Fahrzeugkategorie-basierte Differenzierung
Nicht jedes Fahrzeug verdient den gleichen Aufschlag. In der Skisaison sind Allradfahrzeuge gefragter als Kleinwagen. Im Sommer sind Cabrios und Familienkombi populärer.
- Kategorie-spezifische Saisonpreise: 4×4 im Winter +30 %, Cabrio im Sommer +20 %
- Standardfahrzeuge: Moderate Anpassung (+10–15 %)
Vorteil: Maximiert den Umsatz pro Fahrzeugkategorie, ohne unpopuläre Modelle zu überpreisen.
7. Zusatzleistungen als Umsatztreiber
Neben dem Mietpreis gibt es Marge in Zusatzleistungen:
- Zusatzfahrer: CHF 10–15/Tag
- Kindersitz: CHF 10/Tag
- Winterreifen/Schneeketten: CHF 15/Tag (saisonal)
- GPS-Navigation: CHF 10/Tag
- Vollkasko-Upgrade (Selbstbehalt-Reduktion): CHF 15–25/Tag
- Einwegmiete: CHF 50–150 Zuschlag
Vorteil: Zusatzleistungen erhöhen den durchschnittlichen Buchungswert um 20–40 %, ohne den Grundpreis zu erhöhen.
So setzen Sie Saisonpreise ohne Revenue-Management-Team
Schritt 1: Analysieren Sie Ihre bisherige Auslastung
Schauen Sie sich die letzten 12 Monate an. Wann waren Sie ausgebucht? Wann standen Fahrzeuge? Wenn Sie die Daten nicht haben — das ist bereits ein Argument für eine Software.
Schritt 2: Definieren Sie Ihre Saisons
Nutzen Sie die Übersicht oben als Ausgangspunkt und passen Sie sie an Ihren Standort an. Eine Vermietung in Interlaken hat andere Hochsaisons als eine in Basel.
Schritt 3: Legen Sie Ihre Preisstufen fest
Starten Sie konservativ: +15 % in der Hochsaison, −15 % in der Nebensaison. Sie können später optimieren, wenn Sie Daten haben.
Schritt 4: Automatisieren Sie die Umsetzung
Hier scheitern die meisten: Die Saisonpreise stehen auf Papier, aber niemand passt die Preise tatsächlich an. Eine Software wie Wayvo macht das automatisch — Sie konfigurieren die Regeln einmal, und die Preise passen sich von selbst an.
Schritt 5: Überwachen und optimieren
Prüfen Sie vierteljährlich: Stimmen die Preise? Ist die Auslastung in der Nebensaison gestiegen? Haben Sie in der Hochsaison Umsatz verschenkt? Passen Sie die Stufen entsprechend an.
Wie Wayvo saisonale Preisgestaltung unterstützt
Wayvo bietet ein integriertes Preismodul, das speziell für kleine und mittlere Vermietungen entwickelt wurde:
- Saisonregeln: Definieren Sie Zeiträume und prozentuale Auf-/Abschläge
- Wochentag-Differenzierung: Unterschiedliche Preise für Wochenende und Werktage
- Mietdauer-Staffelung: Automatische Langzeitrabatte
- Kategorie-spezifische Tarife: Jeder Fahrzeugtyp mit eigenen Saisonregeln
- Zusatzleistungen: Konfigurierbar pro Buchung, automatisch berechnet
- Online-Buchungsportal: Kunden sehen immer den aktuellen Preis — keine veralteten Preislisten
Das Ergebnis: Sie konfigurieren Ihre Preisregeln einmal. Wayvo berechnet den korrekten Preis für jede Buchung automatisch — ob Hochsaison-Wochenende mit Zusatzfahrer oder Nebensaison-Langzeitmiete mit Firmenrabatt.
Ab CHF 99/Mt. — Kostenlos starten
Häufige Fehler bei der Preisgestaltung
1. Zu spät anpassen
Wenn Sie die Sommerpreise erst im Juni erhöhen, haben die Frühbucher bereits zum Normalpreis gebucht. Saisonpreise müssen ab dem Moment gelten, ab dem Buchungen für die Saison eingehen — also Wochen bis Monate vorher.
2. Zu aggressiv starten
Eine Verdoppelung der Preise in der Hochsaison schreckt Stammkunden ab. Starten Sie mit +15–20 % und erhöhen Sie schrittweise, wenn die Nachfrage es hergibt.
3. Nur den Tagespreis optimieren
Der Tagespreis ist ein Hebel — aber nicht der einzige. Zusatzleistungen, Mindestmietdauer und Langzeitrabatte haben oft einen grösseren Effekt auf den Gesamtumsatz.
4. Die Konkurrenz ignorieren
Prüfen Sie, was Hertz, Europcar und lokale Mitbewerber in Ihrer Region verlangen. Ihre Saisonpreise müssen nicht identisch sein — aber weit drüber oder drunter sollten sie auch nicht liegen.
5. Keine Daten nutzen
Ohne Daten sind Preise Bauchgefühl. Eine Software, die Buchungen, Auslastung und Umsatz pro Fahrzeug trackt, ist die Grundlage für fundierte Preisentscheide.
Fazit: Dynamische Preise sind kein Luxus
Saisonale Preisgestaltung ist nicht das Privileg grosser Ketten mit Revenue-Management-Abteilungen. Es ist eine Grundkompetenz für jeden Vermieter, der profitabel wirtschaften will.
Sie brauchen drei Dinge:
- Ein Verständnis Ihrer Saisons — wann die Nachfrage steigt und fällt
- Klare Regeln — Preisstufen, Mindestmietdauer, Zusatzleistungen
- Ein System, das die Regeln umsetzt — automatisch, zuverlässig, ohne Mehraufwand
Der Unterschied zwischen einer Vermietung, die CHF 65/Tag verlangt — egal ob August oder Januar — und einer, die saisonal optimiert, liegt leicht bei 15–25 % mehr Jahresumsatz. Bei einer Flotte von 15 Fahrzeugen sind das Zehntausende Franken.
Das ist kein Luxus. Das ist gesunder Menschenverstand, in Preise umgesetzt. Eine Autovermietung Software für die Schweiz mit integriertem Online-Buchungsportal setzt Ihre Saisonpreise automatisch um — ohne manuellen Aufwand.
Weiterführende Artikel:
Bereit, Ihre Autovermietung zu digitalisieren?
Testen Sie Wayvo 14 Tage kostenlos — keine Kreditkarte nötig.
Kostenlos starten